Wie wär´s mit einem Stadtbus? – Ein Vorschlag zum Mitmachen

Wir haben viele Runden gedreht, vieles beleuchtet und gerechnet, verworfen und wieder gerechnet. Fakt ist: Wenn man einen wirklichen Stadtbus möchte, der alle Ortsteile erreicht, der zu sinnvollen Zeiten verlässlich fährt und alte Menschen dort abholt, wo sie wohnen und damit wirklich Sinn macht, dann muss man Geld bezahlen. Geld, das wir so ohne weiteres nicht haben. Und wie es der Einkaufsbus zeigt, macht dies auch nicht immer Sinn, einfach etwas anzubieten. Also habe ich einen anderen Vorschlag. Wir wollen gemeinsam mit den Bürgern der Stadt herausfinden, wie ein solches Angebot gestaltet sein muss und was die Bürger bereit sind, dafür zu zahlen. Denn grundsätzliches Ziel ist  ein neues Angebot nur dann zu starten, wenn wir genügend Anwärter für eine Monatskarte zusammen bekommen. Damit finden wir sozusagen gemeinsam heraus, ob es wirklich einen Bedarf gibt, oder nicht. Ganz einfach. Und weil die Bürger die Stadt sind, nennen wir das Ganze Stadtbus.

Für eine Stadt wie unsere wäre es ein Quantensprung. Ein verlässlicher Bus, der gerade mit Blick auf unsere immer älter werdende Gesellschaft unsere Menschen mobil hält, der in Zeiten voller Straßen unsere Kinder sicher von A nach B bringt und der unsere Umwelt schonen hilft, weil er Individualverkehr vermeiden hilft. Ein Bus, der bei abendlichen Veranstaltungen Sonderfahrten macht, um auch den Weintrinker sicher wieder nach Hause zu bringen. Das alles ist so unmöglich nicht, auch wenn es nicht einfach ist. Aber: Wenn wir es wirklich wollen und wir uns auf ein solches Konzept wirklich einlassen, dann ist es machbar.

Das Problem: Einen solchen Bus mit 12 Sitzplätzen, der auch in unsere Wohngebiete fahren kann und damit wirklich Nutzen bringt, muss man anschaffen, betreiben, betanken, versichern und reparieren. Nicht zuletzt braucht man mindestens zwei Fahrer, die ebenfalls bezahlt sein wollen. Dies alles kostet viel Geld. Und dieses wollen wir gemeinsam sammeln. Über Monatskarten, die die Grundfinanzierung sichern sollen.

Die Belohnung für alle, wenn dies gelingt:

1. Bekommen wir eine wirkliche Busverbindung, die von 8 Uhr morgens bis 17 Uhr wochentäglich und stündlich ihre Runden durch alle Ortsteile zieht.

2. Binden wir Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte, Sparkasse und Freibad mit an, was das leben wirklich deutlich leichter macht.

3. Werden wir den Preis der Monatskarte flexibel halten. Das bedeutet: Kommen mehr Nutzer zusammen, als wir zur Kostendeckung brauchen, senken wir den Preis für alle.

4. Eine Mobilität, die sich alle leisten und die auch jene nutzen können, die selbst nicht mehr fahren können.

 

Zugrunde liegt hier das Solidarprinzip. Das können wir auch tun, weil unser kleines Busunternehmen keine Gewinne einfahren muss. Zudem müsste die Stadt einen monatlichen Grundsicherungszuschuss in Höhe von 1 TEUR übernehmen, was aber sicher eine gute Investition in die Standortsicherung bedeutet und machbar wäre.

Nach derzeitigen Rechnungen (noch nicht final) könnte eine Monatskarte für einen Erwachsenen mit 18 bis 20 EUR, eine Karte für Senioren mit 15 EUR und eine Karte für Kids mit 7 EUR veranschlagt werden.

Das würde bedeuten: Für dieses Geld kann der Bus so oft genutzt werden, wie man möchte. Eine Einzelfahrt würde dem gegenüber mit 3,00 EUR veranschlagt und nicht unterscheiden, ob man nur eine Station oder eine ganze Runde mitfährt.

Um eine Finanzierung möglich zu machen, brauchen wir 70 Kinderkarten, 90 Erwachsenen-Karten und 130 Monatstickets für Senioren. Und eine monatliche  Zuzahlung seitens der Stadt in Höhe von  max. 1 TEUR als Absicherung.

Was bekommen wir wirklich dafür?

Mobilität, die sich jeder leisten kann und die für jeden zur Verfügung steht. Mehr Zusammensein und Zusammenhalt, da sich gerade ältere Menschen auch zwischen den Ortsteilen besser bewegen können. Sicherheit für unsere Kinder, die nicht auf vielbefahrenen Straßen zum Freibad radeln, sondern den Bus nehmen können.

Ich finde, dies sollte eine Überlegung und auch den Test wert sein, ob wir es schaffen, gemeinsam so etwas möglich zu machen. Wer das Projekt unterstützen will, der melde sich einfach. Entweder als Abonnent einer Monatskarte oder als Sponsor, denn unser Bus kann auch ein bisschen für Euch werben. Egal wie. Jeder Unterstützer ist herzlich Willkommen.

Wir werden in der Märzausgabe des Stadtanzeigers Fragen veröffentlichen, die sich rund um das Angebot ranken. Zudem werden wir Streckenführung und dann die endgültigen Kosten veröffentlichen. Bis dahin wollen wir von Euch wissen, wie ein Stadtbus sein müsste, damit ihr ihn auch benutzt!

Also: Wer Ideen, Fragen, Anregungen dazu hat, der melde sich entweder hier über den Blog oder per Mail an: buergermeister@augustusburg.de.

Teilen ist mehr 🙂
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2 Kommentare

  1. Sehr gutes und wichtiges Angebot für ältere Menschen und für alle ohne Auto. Es sollte möglich sein , so nah wie es geht an die Wohnungen heran fahren zu können , damit die Leutchen ihr „Eingekauftes“ nicht so weit tragen müssen oder der Busfahrer trägt auch mal etwas mit rein. Irgendwo zentral „ausgeladen“ nützt vielen nichts, wenn sie nicht mehr gut zu Fuß sind. Finde es toll, dass man sich endlich echt kümmert!

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  2. Sehr gute Idee, auch wenn ich selbst den Bus wohl eher weniger benutzen werde! Obwohl die Idee des Heimbringers von Veranstaltungen hat was! Da wäre es sinnvoll, außer den Monatskarten als Grundlage, auch Einzelkarten/Tageskarten (für 3 oder 4 Euro) anzubieten. Und Werbefläche hat so ein Bus auch genügend ….. Nun liegt es an uns Bürgern, diese Idee Wirklichkeit werden zu lassen, statt immer nur zu meckern!

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