Wahlforum an der Oberfläche

Eigentlich hatte ich mich gefreut. Ein Wahlforum, das die Möglichkeit bietet, sich persönlich vorzustellen, seine Schwerpunkte zu transportieren, das wäre eine tolle Sache. Was es am Ende dann war, war eine Fragerunde mit den üblichen Oberflächenkratzern: Altstadt, Skihang, Ende.

Schade. Nicht gesprochen haben wir über die wirklich wichtigen Fragen. Das heisst: Angesprochen habe ich diese. Ungefragt, denn die FP hatte ihren Fragenkatalog vorbereitet. Versorgung in den Ortsteilen, denn wir werden immer älter? Ansiedlung medizinischer Versorgung? Ansiedlung junger Familien? Ich bin wohl der einzige Kandidat, der diese Fragen sieht und hier auch Konzepte hat. Kritisches Nachhaken der Moderation zur Bilanz der Bürgermeisterin? Fehlanzeige. Die Amtsinhaberin erhielt mal wieder ihre Bühne.

Statt dessen werden Antworten mal wieder tendenziell reduziert, wenn sie Herr Neubauer gibt. Massivstes Beispiel : Endlich will er das Planverfahren für Rosts Wiesen abschließen, werde ich zitiert. Ja, das will er. Aber natürlich in Abwägung aller Interessen und mit der Aussage: Finden wir einen Weg, den alle tragen können, dann wird es gehen. Finden wir diesen nicht, dann nicht. Genau dies habe ich gesagt. Das wird selbstverständlich weggelassen, denn es könnte kompetent und unabhängig wirken. Ähnliches auch bei den anderen Fragen. Ein Schelm, wer dabei an Zufall denkt.

Ich bin es leid, mich damit auseinandersetzen zu müssen. Die Freie Presse befindet sich im Wahlkampf für die CDU. So sehr sie sich auch nach außen bemüht gibt. Ich hoffe sehr, dass die Menschen sich ihre eigene Meinung bilden.

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0 Kommentare

  1. Hallo Hr. Neubauer,
    ich war nicht zu dieser Veranstaltung, weil von FP moderierten Veranstaltungen erfahrungsgemäß generell so laufen, wie Ihrem letzten Absatz beschrieben.
    Das ist eine Riesensauerei, weil eine Zeitung, die sich auch noch „Freie Presse“ nennt, unabhängig sein sollte. Ich denke, dass viele Augustusburger das inzwischen erkannt haben.
    Allerdings wird ein Leserbrief in diese Richtung definitiv von denen nicht veröffentlicht …
    Die Frage ist, wie man das noch besser öffentlich machen kann, denn nicht alle haben die Chance, sich objektiv zu informieren.
    Es bleibt also beim Daumendrücken für Sie!

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  2. Hallo Dirk!
    Deine Ehrlichkeit und ja ein gewisses „Naivität“ ist nur zu begrüssen. Es ist aber leider so, das die Politik am meisten ein Spielplatz für Mediokritäten ist. Die sind nicht in der Lage aus eigener Kraft zu kreieren, aber sehr wohl in der Lage sich zu vernetzen, ihren gleichen zu suchen und hinter den Kulissen die Fäden zu ziehen. Und sie sind dabei meist erfolgreich weil es gibt ein Haufen von den an wichtigen Plätzen. Es gibt kein Raum für Enttäuschung, mach weiter und warte Sonntag ab….

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  3. Schlimm! Auch mein am vergangenen Donnerstag in der „Freien“ Presse veröffentlichter Leserbrief wurde um den entscheidenden letzten Satz „Deshalb gilt es nun bei der kommenden Neuwahl die Stimme dem aussichtsreichsten Gegenkandidaten zu geben.“ gekürzt. Offenbar Wählerbeeinflussung in die ungewollte Richtung. Langsam wird es auffällig. Leider ist die FP hier vor allem für die ältere Generation oft das einzige Medium zur Meinungsbildung…
    Interessant ist ja auch, dass sich die Bürgermeisterin plötzlich kritisch zum Projekt „Skihangerweiterung“ äußert und das dann auch so veröffentlicht wird. Der wichtige Punkt `Eingriff ins Landschaftsschutzgebiet` ist schon lange bekannt. Aber im Wahlkampf ist Schwimmen im Mainstream eben die cleverste Option. Bleibt nur zu hoffen, dass am Sonntag die richtige Wahl getroffen wird!

    Viel Erfolg weiterhin!

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  4. Man kann es auch klar sagen: Vor sieben Jahren startete Frau Jugelt mit einer Rücklage des Vorgängers von 1,8 Millionen Euro. Letztes Jahr musste ein Kredit aufgenommen werden in Höhe von 700 TEUR. Zudem wurden Rücklagen aufgelöst, so dass die Stadt nur noch das Minimum dessen auf der „Kante“ hat, was das Gesetzt vorschreibt. Trotzdem verschenken wir unsere Parkflächen, bauen eine Schule zum Gemeindehaus um und machen aus anfänglich 450 TEUR geplanter Kosten 1,45 Millionen. Über die Folgekosten von sicher 25 bis 30 TEUR/Jahr denkt auch niemand nach. Wir bauen eine eigentlich behindertengerechte Talstation der Drahtseilbahn noch einmal behindertgerechter um und geben hier ebenfalls eine halbe Million aus. Ungeachtet der Tatsache, dass das Gebäude seit 1911 funktioniert hat. Den Ortsteilen wird jetzt gerade wieder Manna versprochen. Ein Fußweg hier, ein Sträßchen da. Botschaft: Wählt mich nur, dann werdet ihr begünstigt. Das ist übles Klein-Klein. Und nach der Wahl ist alles wieder vergessen. Ich hoffe, dass viele dies durchschauen, denn es lief auch die letzten Jahre exakt nach diesem Muster. Wir wollen, wir werden, es ist angedacht. das sind die Vokabeln, woraus hier Zukunft gemacht wird. Dabei ist es nichts weiter als eine weitere Warteschleife ins Ungewisse!

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  5. Auch ich muss dem 100% zustimmen. Es ist nicht nachvollziehbar wie eine eigentlich unabhängige Presse so massiv Werbung für Frau Jugelt macht. Klar, die Zeitung gehört CDU Leuten, die diese gleich nach der Wende gekauft haben. Aber trotzdem, die angeblichen „Journalisten“ verdienen diesen Titel nicht. Presse muss frei und unabhängig sein! Jetzt geht es um den Endspurt, bei dem jede Stimme zählt. Durch so viele Kandidaten war die Amtsinhaberin bisher die Lachende. Nur noch wenige Tage und der Wechsel kann Wirklichkeit werden. Deshalb gilt es jetzt noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren und 24/7 Wahlkampf zu betreiben.

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  6. Es ist sicher hin und wieder auffällig, dass die Presse sich schwer tut mit so manchem Neuen – jedoch wurden, was meinerseits geäußerte kritische Inhalte (gelegentlich auch sehr, sehr deftig formuliert) betrifft, auch solche Beiträge nicht sinnentstellend veröffentlicht. Insofern wäre ich vorsichtig, zu pauschalieren. Im übrigen gilt ja: Jeder Schreiberling hat die dichterische Freiheit – das Medium Presse hat dann die Freiheit zu kürzen und sinnwahrend zu verändern. Das ist einfach so – sonst wäre das Blatt auch doppelt so dick und sicher auch doppelt so teuer…

    Steffen Franke

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