Herr, Obame Dich seiner! Und meiner bitte auch.

Endlich! Morgen früh wachen wir auf und die Sechs-Milliarden-Dollar-Frage ist hoffentlich geklärt. Schwarz oder weiß. So einfach ist die Entscheidung, die im maroden Weltregierungsstaat 1 von den dort ansässigen Burgerbürgern getroffen werden muss. Denn um mehr geht es nicht. Ist ja am Ende egal, wer die Karre im Dreck lässt. Die Amis wären nicht die Amis, wenn sie dies nicht wüssten. Und ein bisschen erinnert das an die gute alte DDR. Wieso? Nunja. Grundhaftes Flickwerk auf Pump, keine wirkliche Wahl und planvolles Dauerversagen statt Weiterentwicklung. Habe ich schonmal gehört. In meiner alten Heimatstadt zum Beispiel hat man jahrelang immer wieder Strassenbahnschienen hingepflastert, die die schweren Tschechentrams nicht trugen. Wusste jeder. Und dennoch: Vorwärts zum 40. Jahrestag. Der Baustelle natürlich. Und bei den Amis? Die halbe Welt mit Waffenstarre umerziehen wollen und Zuhause schön die Stromkabel wieder in die Bäume hängen aus denen der letzte Wirbelsturm die zum xten Mal rausgeblasen hat. Lernfähig ist anders. Wenigstens schreit dort keiner nach dem Staat. Das hat man denen schon frühzeitig abgewöhnt. Und deshalb ist auch egal, wer den Staat lenkt. Herr, Obame sich seiner.

Und meiner bitte auch, denn bei uns ist man noch nicht soweit. Übrigens auch wie in der guten alten DDR. Dort – das hat mir mal einer erzählt, der früher Eingaben bearbeitet hat (für die jüngeren Leser: eine Art facebook-Gewinnspiel. Nur ohne gewinnen). Also dort hat mal die Brigade eines Ziegelwerkes jahrelang Eingaben an die Parteileitung geschrieben, weil das Dach der Werkswohnungen undicht war. Man hätte auch ein paar mehr Ziegel brennen können. Ein Subotnik und das Dach wäre dicht gewesen. Nee, nee, nee. Nich mit uns! Schließlich hat man ja seine 18 Mark Miete gezahlt. Auf 50 Quadrat. Den Rest reim ich mir zusammen: Es kam die Wende. Haus verkauft, Sanierungsrückstau aufgelöst, Dach neu gedeckt. Mieterhöhung! 18 Mark. Für einen Quadrat. Wieder Attacke! Geklagt als Hausgemeinschaft. Weil Eingaben jetzt Klage heissen. Nix gewonnen. Wie früher. Selber schuld, würde ich sagen. Andere nennen das „Siegerjustiz“.

Und heute? Heute debattieren wir alles und jeden kreisförmig langsam in Grund und Boden. Und wenn wir auf einer Bananenschale ausrutschen, dann heißt es wütend: Scheiß Staat. Sofort bildet sich eine Bürgerbewegung zur Klärung der Schalenfrage. Die EU fordert eine Richtlinie nach rutschfesten Gelblingen. Die Regierungskoalition führt eine Praxisgebühr für Obststände ein. Die Opposition ist natürlich dagegen. Weil es ihr Job ist. Die Gewerkschaften fordern Bananen für Langzeitausrutscher. Dagegen ist die schwarz-gelbe Koalition, weil sonst die Gelben nichtmehr erkennbar wären unter den ganzen Unterschichtensüdfrüchten. Und womöglich jeder unerkannt mit am Koalitionstisch Platz nehmen könnte. Nicht auszudenken. Merkel und eine Banane als Vizekanzler! Dafür haben wir die Mauer nicht umgeschubst. Dafür nicht! Und weil das alle Obstfreunde und Walldorf-Fans scheisse finden, stricken wir alle unsere Bananenschalen selbst und tanzen unsere Forderung in den staubigen Asphalt: Freiheit für die Nudisten-Banane. Und die bocklosen Piraten segeln im Shitstorm in den gelben Sonnenuntergang. Ähm. Wo war ich?

Ach ja. So lernen wir. DDR, BRD, USA. Alle Dreibuchstabensuppen sind gleich. Die Bananenschale bleibt trotz allem eine Biowaffe, die man durch EU-genormtes Bücken beseitigen kann. Und die Wahl gewinnt der Gewinner. Gute Nacht.

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