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Die Hintergründe zur Absage des Wintertreffens 2019

Ja, es war ärgerlich, dass wir so entscheiden mussten. Aber was ich jetzt teilweise in der Freien Presse dazu lesen darf, ist wirklich übel. Vorab gesagt: Es ist mir bewusst, dass diese Entscheidung keinen Beifall findet. Aber wer heute behauptet, wir hätten es uns leicht gemacht und den Weg des geringsten Widerstandes gewählt, der sollte mal die Fakten zur Kenntnis nehmen.

  1. Zum Zeitpunkt der Entscheidung steckte die Stadt im Chaos fest. Wir waren mit allen verfügbaren Mitteln der Stadt und verstärkt durch die Agrar GmbH am Kunnerstein damit beschäftigt, das öffentliche Leben zu gewährleisten. Zufahrtsstraßen waren gesperrt, alle paar Stunden vielen irgendwo Bäume um. Die Straßen voller liegengebliebener 40tonner, was beides den Winterdienst erheblich einschränkte.
  2. Am Mittwoch gab es die erste Rückkopplung mit dem Veranstalter, dem Schloß. Wir als Stadt sind nämlich nicht Veranstalter, sondern helfen jedes Jahr, diese möglich zu machen. Bereits Mittwoch stand von dort die Tendenz auf Absage. Wir schoben diese Entscheidung auf Donnerstag, um noch Zeit zu gewinnen, nach einer Lösung zu suchen.
  3. Mittwoch eruierten wir die Möglichkeiten, wo wir die durchschnittlich 1500 Fahrzeuge wohl verstecken wollen. Wir prüften den Zustand des Feldes am Netto, das aber nach tagelangen Regenfällen zwar schneebedeckt, aber mangels Frost nicht tragfähig war. Somit entfiel die angedachte Lösung, dort mittels Pistenraupe wie vor zwei Jahren einen Parkplatz zu schaffen. Es war objektiv unmöglich. Parallel schneite es weiter und wir kämpften an allen Ecken darum, dass der Verkehr nicht zum Erliegen kommt. Die Altstadt, offizielle Zufahrt für Polizei und Rettungskräfte wurde permanent beräumt. Am Ende waren das 1400 Kubikmeter Schnee.
  4. Bis Donnerstag früh, dem Tag der Anreise im übrigen, hatte ich noch die Hoffnung, die Besucher auf die Bahn umzulenken. Doch zu diesen Zeitpunkt konnte die Erzgebirgsbahn nicht verlässlich sagen, ob ein Fahrbetrieb wieder stattfinden wird. Auch die Drahtseilbahn streckte nachvollziehbar die Waffen. Schneebruchgefahr zu groß. Zu diesem Zeitpunkt war die B180 an zwei Stellen gesperrt, Hennersdorf offiziell gar nicht erreichbar. Schulbus unklar, Schule für Freitag abgesagt. Die einzige Parkalternative die Strecke nach Schellenberg. Mit unseren Mitteln in der noch verbleibenden Zeit nicht machbar. Und ehrlich? Noch eine Straße sperren, während ringsherum dauernd wetterbedingt gesperrt wurde? Nicht wirklich verantwortlich, oder?
  5. Mittags waren die Optionen aufgebraucht. Die Dächer voller nassem Schnee. Straßen unverändert. Sperrungen auch. Keine Bahn in Sicht. Wir mussten entscheiden. Meiner Initiative folgend wurde wenigstens der Steinbruch geräumt, damit wir die Biker, die schon on Road waren, nicht wegschicken mussten. Mehr war aus meiner Sicht nicht zu verantworten! Und auch nicht zu leisten.

Ich möchte herzlich an alle appellieren, die Fakten zu sehen und nicht irgendwelchen Unsinn von THW oder Bundeswehr zu plappern. Im gesamten Großraum war Chaos. Tausende Wehreinsätze in kurzer Zeit. Windbruch, Schneebruch, Dächer. Da holen wir für eine Veranstaltung THW und Bundeswehr? Mal abgesehen davon, dass auch das nicht so einfach geht, verbietet sich das. Schaut nach Bayern. Das rechtfertigt solche Maßnahmen. Nichts anderes. Und für alle, die Dachlawinen und Co für Ausreden halten: Am Samstag traf eine solche in der Altstadt einen Audi, zerschlug Dach und Scheibe. Gottseidank keinen Menschen. Liebe Freie Presse. Wir hätte denn die Schlagzeile geläutet, wäre ein Gast bei einem Treffen in diesem Rahmen verletzt worden? Richtig! Unverantwortlich hätte darüber gestanden! Und das zu Recht! Und das wir nichtmal eine reale Möglichkeit bekommen, dies zu erklären und stattdessen lediglich nach der aktuellen Lage befragt werden und in der Berichterstattung der Anschein erweckt wird, man hätte schonmal was riskieren müssen. Man habe es sich leicht gemacht. Dann ist das Stimmungsmache. Und nichts anderes.

Die Bürger einer Stadt dürfen erwarten, dass Sicherheit und Machbarkeit an oberster Stelle stehen. Und diese waren nicht gegeben. Und schon gar nicht, für zusätzliche 10.000 Leute. Und das ist nicht verhandelbar.

Ich danke allen, die mitgekämpft haben. Unserer Wehr mit über 30 Einsätzen. Dem Bauhof und den Jungs der Agrar GmbH. Danke für einen tollen Job. Auch wenn das Treffen dennoch weichen musste.

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