Waldbühne für alle? Klar! Aber mit Regeln.

KuP1110628rz nach meinem Urlaub ereilte mich dieses Bild. Eine Parodie unseres Hinweisschildes, das den Nutzern der Waldbühne erläutert, dass bestimmte Dinge dort eben nicht so einfach gehen. Um es klar zu sagen. Prima! Bringt Euch ein, sagt Eure Meinung. Wenn es dann auch noch ein wenig Witz hat, um so besser. Dennoch sollte man dabei die Fakten nicht gänzlich aus den Augen verlieren. Und deshalb möchte ich gern dabei behilflich sein.

Seit einiger Zeit sind wir dabei, mit knappem Geld das Areal wieder in einen Zustand zu versetzen, der als würdig zu bezeichnen wäre. Als erstes haben wir neue Lampen installiert, da sich die vorhergehenden in wundersamer Weise immer wieder in zersplittertes Glas verwandelt hatten. Nun sind diese aus Plastik in der Hoffnung, dass sie den offensichtlich stattfindenden Steinschlägen länger Widerstand leisten können. Im nächsten Schritt sollen ein neuer Belag aufgezogen und die Wege in Ordnung gebracht werden, damit dieser Park wieder wie ein solcher aussieht. Als wir die Lampen installierten, wurden hierfür neue Fundamente gesetzt. Diese wurden bereits in der Rohphase von Fahrradspuren überzogen so dass wir Sorge hatten, sie würden die Ankunft der Lampen nicht erleben. Alle weiteren fahrradbedingten Beanspruchungen kann man im übrigen auch heute besichtigen.

Deshalb haben wir uns (auch auf Bitten einiger Stadträte und jener Freiwilliger, die sich Jahr für Jahr ehrenamtlich darum kümmern, dass die Bühne überhaupt überlebt)  dazu entschlossen, vor der Investition weiterer 8 bis 10 TEUR ein paar Regeln aufzustellen, denn eine Waldbühne ist zunächst eine Waldbühne und keine Fahrradarena. Diese bauen wir im übrigen zusammen mit Blau-Weiss an der Mehrzweckhalle in Augustusburg auf. Hier soll künftig jedes Kind, abgesichert über eine Vereinsmitgliedschaft, sich mit dem Bike austoben können. Bedauerlicher Weise können wir uns auch eine solche Strecke nur an einer Stelle im Ort leisten, denn leider Gottes sind wir finanziell nicht sonderlich gesegnet. Aber dies nur nebenbei.

Geplant ist im übrigen auch, dass auf der Walbühne unter anderem künftig Badmington gespielt werden kann. Die Vorkehrungen hierfür werden getroffen, wenn der neue Belag und die Entwässerung des Platzes eingebaut werden. Es geht also nicht um ein 60+ Areal oder ähnlich umschriebene Plattheiten. Es geht darum, unsere Ressourcen so sinnvoll und so breit wie möglich zu nutzen. Darüber die Wiederbelebung der Bühne komplett zu persiflieren ist unangemessen und egoistisch. Dieses Areal gehört allen und ist für alle Generationen zugänglich und nutzbar. Solange sich alle bewusst sind, dass es auch erhalten werden muss. Und bestimmte Dinge gehen hier eben nicht, wenn wir es erhalten wollen. Kaputte Lampen und zerfahrene Böschungen sind ein Beleg dafür.

Plakat Jugendparlament[2]Eine Gemeinschaft hat Regeln, damit sie funktioniert. Wenn uns diese Regeln nicht mehr gefallen, müssen wir diese diskutieren und ändern. Bis dahin gelten diese. Wenn es also – wie hier zu ahnen – um die Belange der Kinder und Jugendlichen geht, dann sollten sie sich einbringen. Die Initiative für den Ausbau der Bike-Bahn an der Mehrzweckhalle ging von einer Gruppe Kinder aus, die mir eine Petition auf meinen Schreibtisch gelegt haben. Und wir haben das ernst genommen und versuchen nun, einen Weg zu finden. So sollte man – bei allem Sinn für Satire – vorgehen, wenn man etwas erreichen möchte. Im September wird das Jugendparlament gewählt. Das hier ist eine Einladung mitzutun.

 

 

 

 

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7 Kommentare

  1. Heißt das, dass Kleinkinder nun auf einem der wenigen sicheren und flachen Areale in Augustusburg nun auch nicht mehr ihre ersten Fahrten auf dem Fahrrad unternehmen dürfen? Kleinkinder fahren da ja nicht BMX durch das Gebüsch. Generationen von Kindern haben dort gespielt und – so hörte ich von Ureinwohnern – auch das Radfahren gelernt. Vielleicht sollte man die Anwohner auch mal fragen, bevor man einen so extremen Verbotsaktionismus an den Tag legt. Solche Verbotsschilder lösen bei mir zumindest extreme Verspannungen aus – das Schild ist einfach nur spießig und peinlich. Es transportiert die Botschaft: Schaut her wie schön langweilig es in Rentnercity ist. Betreten verboten. Es ist zum weglaufen. Gibt es wirklich keine anderen Baustellen als ein Verbotsschild an einem Platz der wöchentlich von nur wenigen Personen betreten wird? Und wenn ich dann noch höre, dass das Schild zunächst direkt mittig vor dem Brunnen platziert werden sollte, bin ich kurz vor dem Megahals. Warum sollen Kleinkinder nicht mal Rollschuh oder Skateboard auf den Platten vor der Bühne probieren dürfen? Ist dort zu viel Fußgängerverkehr? Dürfen Kinder überhaupt noch auf dem Kurplatz spielen und sich in den Büschen verstecken oder müssen vorschriftsmäßig die gesondert ausgewiesenen Spielplatzareale aufgesucht werden? Man merkt, ich rege mir uff. Und wie man an dem witzigen Schild sieht, bin ich zumindest nicht allein. Und es soll mir jetzt bloß keiner mit dem Argument kommen, dass ich damit zum Befürworter des Rowdytums werde. Natürlich ärgerten mich die zerschossenen Lampen und mich ärgern auch wildgewordene Leute, die ohne Rücksicht auf Verluste mit dem Fahrrad den Busch umpflügen. Aber dieses peinliche Schild ist ein Todesstoß für jeden Belebungsversuch. Ich wollte ja gerne in nächster Zeit häufiger mal ’ne besonders ruhige und sozialverträgliche Runde Boule dort spielen. Ich bin mir jetzt aber nicht sicher, ob ich das Kleinod noch betreten kann, ohne mich dabei permanent über dieses häßliche Schild zu ärgern. PS: Die Badmintonsache ist OK.

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    1. Kann ich alles nachvollziehen. Ehrlich. Dennoch haben wir vermehrt damit zu tun, dass ebene die beschriebene Normalnutzung nicht der Standard ist. Wie also differenzieren? Ein bisschen Radfahren? In Begleitung der Eltern? Es ist manchmal schwer, für etwas zu sein. Glauben Sie mir das. Wir haben länger darüber nachgedacht. Wenn wir jetzt den Platz neu belegen, und alles in Ordnung bringen, dann wird sich dies nach. Haushaltslage nicht beliebig wiederholen lassen. Und die Erlebnisse beim Bau der neuen Lampen waren ein Zeichen. Ich mag auch keine Verbote. Aber an manchem Ort kommt man nicht um solche Hinweise herum.

  2. Heißt das, dass Kleinkinder nun auf einem der wenigen sicheren und flachen Areale in Augustusburg nun auch nicht mehr ihre ersten Fahrten auf dem Fahrrad unternehmen dürfen? Kleinkinder fahren da ja nicht BMX durch das Gebüsch. Generationen von Kindern haben dort gespielt und – so hörte ich von Ureinwohnern – auch das Radfahren gelernt. Vielleicht sollte man die Anwohner auch mal fragen, bevor man einen so extremen Verbotsaktionismus an den Tag legt. Solche Verbotsschilder lösen bei mir zumindest extreme Verspannungen aus – das Schild ist einfach nur spießig und peinlich. Es transportiert die Botschaft: Schaut her wie schön langweilig es in Rentnercity ist. Betreten verboten. Es ist zum weglaufen. Gibt es wirklich keine anderen Baustellen als ein Verbotsschild an einem Platz der wöchentlich von nur wenigen Personen betreten wird? Und wenn ich dann noch höre, dass das Schild zunächst direkt mittig vor dem Brunnen platziert werden sollte, bin ich kurz vor dem Megahals. Warum sollen Kleinkinder nicht mal Rollschuh oder Skateboard auf den Platten vor der Bühne probieren dürfen? Ist dort zu viel Fußgängerverkehr? Dürfen Kinder überhaupt noch auf dem Kurplatz spielen und sich in den Büschen verstecken oder müssen vorschriftsmäßig die gesondert ausgewiesenen Spielplatzareale aufgesucht werden? Man merkt, ich rege mir uff. Und wie man an dem witzigen Schild sieht, bin ich zumindest nicht allein. Und es soll mir jetzt bloß keiner mit dem Argument kommen, dass ich damit zum Befürworter des Rowdytums werde. Natürlich ärgerten mich die zerschossenen Lampen und mich ärgern auch wildgewordene Leute, die ohne Rücksicht auf Verluste mit dem Fahrrad den Busch umpflügen. Aber dieses peinliche Schild ist ein Todesstoß für jeden Belebungsversuch. Ich wollte ja gerne in nächster Zeit häufiger mal ‘ne besonders ruhige und sozialverträgliche Runde Boule dort spielen. Ich bin mir jetzt aber nicht sicher, ob ich das Kleinod noch betreten kann, ohne mich dabei permanent über dieses häßliche Schild zu ärgern. PS: Die Badmintonsache ist OK.

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  3. Na klar, die Problemlage habe ich erkannt. Aber der beste Schutz gegen Vandalismus ist eben ein belebtes Fleckchen. Wer etwas kaputt hauen will, kann das eben am besten dort in die Tat umsetzen, wo wenig los ist. Die Braven schreckt das Schild ab oder es verunsichert sie. Dem Vandalen ist auch das Schild schnuppe. Ich will aber nicht nur meckern. Wir können alle denen zum Dank verpflichtet sein, die sich dort ehrenamtlich kümmern. Außerdem ist es toll, das der Platz jetzt aufgewertet wird. Danke!

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  4. Die Beschilderung hier kann ich schon nachvollziehen. Genau das Differenzieren ist eben das Problem. Ich weiß noch als kleiner Junge haben wir hier früher sehr oft gespielt. Natürlich sind wir mit dem Rad zur Waldbühne gefahren. Allerdings gab es in Augustusburg auch mal eine Welle der BMX Fahrer 16+ welche jede Möglichkeit zum Springen, „Grinden“ und so weiter nutzten und somit zum Beispiel einige Wartebänke und Gehwege zu demolierten. (Über den aktuellen Stand der BMX Jugend kann ich leider keine Aussage machen)
    Aber wie will man hier jetzt zwischen Radfahranfänger und BMX Sportbegeisterten unterscheiden?

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  5. Die Beschilderung ist eine gute Idee und hat auch an vielen anderen stellen und Städten zum Erfolg geführt. Damit die Sportstäten und Parkanlagen nicht zweckentfremdet genutzt werden. Dennoch muss man im Gegenzug für jede regional beliebte Sportart eine geeigneten Platz oder Sportstätte bereitstellen, welche dann zur Ausübung der Sportart genutzt werden kann.
    Die Welle der BMX Fahrer ist der zeit größer als vor 7-8 Jahren, diese Region wird nicht nur von regionalen sondern auch Internationalen Sportlern besucht und des weiteren haben Sportler aus Augustusburg auch an Deutschland- und Weltmeisterschaften teilhaben können. (Welche andere Sportart, die in Augustusburg ausgeübt wird kann in einer so kurzen Zeit einen so großen Zuspruch sowie fortschritt vorweißen?) Aus diesem Grund sind wir als Sportler gemeinsam mit der Stadt Augustusburg daran ein Sportstätte an der Alten – Turnhalle zu schaffen. Alle unsere Sportsfreunde die den BMX Sport ausüben wissen das hoch zu schätzen und nutzen lediglich zur Ausübung des BMX Sports die dafür vorgesehenen Sportstätten (BMX außen Gelände an der Alten- Turnhalle (Augustusburg), The Last Hole BMX-Halle (Hohenfichte)). Vor 7-8 Jahren würde der Sport in der Stadt trotz ca. 50 Mitgliedern nicht anerkannt und auch von seitens verschiedener Personen abgewertet und verpönt. Auf Grund dass diese Sportler kein Domizil hatten, zur Ausübung der sportlichen Aktivitäten würde jeder nur mögliche Platz in Augustusburg zum Trainingsgelände! Dazu kam erschwerend, zur damaligen Zeit, das für eine so Junge Sportart im Rathaus kein offenes Ohr war, sondern eher solche Zitate wie: „ verpisst euch dahin wo ihr hergekommen seit“ oder auch „das Genick sollt ihr euch alle brechen“ geäußert wurden. Wir haben uns von Anfang an bemüht einen festen Platz in Augustusburg einzunehmen um nur da sportlich aktiv zu werden. Was uns heute gelungen ist und dafür danken wir der Stadt Augustusburg, das nach solchen Schwierigkeiten vor 7-8 Jahren nun ein Platz für diese Sportart gefunden wurde und auch dementsprechend ausgebaut und auch in Zukunft weiter verbessert wird.

    Ein großes DANKESCHÖN hier nochmal an die Stadt Augustusburg, für die Unterstützung.

    Danke
    BMX SV-Blau-Weiß / The Last Hole BMX

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