Rathauskonzept könnte umgesetzt werden

Es ist eine der Diskussionen, die mich im Amt seit einem Jahr begleitet: Was wird aus dem Stadthaus, dessen Bau uns viel Kraft und Geld gekostet hat. Mein Konzeptvorschlag, der einen Umzug des Rathauses vorsieht und im bisherigen Rathaus ein kombiniertes Vereins- und Ärztehaus favorisiert, wurde nun von der Förderbank SAB für gut befunden und würde unterstützt. Damit wäre nun auch rechtlich der Weg frei, das neue Gebäude intensiv und als ersten aktiven Schritt der Wiederbelebung der Altstadt zu nutzen. Um meine Gedanken transparent zu machen, habe ich das Kurzkonzept hier als ePaper hinzugefügt. Nun muss der Rat in einer der kommenden Sitzungen entscheiden. Wir werden das Thema demnächst im Rat noch einmal zur Diskussion stellen, damit eine Entscheidung noch in diesem Jahr möglich wird.

Noch haben wir Zeit, denn noch bauen wir am Außenbereich. Doch im kommenden Frühjahr wollen wir spätestens das Haus endlich nutzen, das für 1,6 Millionen Euro saniert wurde. Zu den Umständen hatte ich hier ja schon berichtet. Fakt ist: Das Projekt stand unter keinem guten Stern. Weil die Planung während des Baus geändert und ein grosser Saal in das laufende Projekt inkludiert wurde, explodierten die Kosten. Denn diese Änderung war verantwortlich dafür, dass ein Anbau, ein Fahrstuhl und eine veränderte Statik nötig wurden. So wurde im wesentlichen aus einem sechsstelligen Budget ein siebenstelliges.

Nun haben wir einen Saal. Doch wie soll man diesen nutzen? 15 Parkplätze limitieren die Besucherzahl. Ebenso der Umstand, dass außer eine Kaffeeküche keine Infrastruktur vorhanden ist. Im Gebäude darunter  sollten Standesamt und Touristinformation einziehen, Die restlichen Räume sollten abwechselnd durch Vereine genutzt werden. Nicht optimal. Und teils auch nicht machbar. Zum einen muss die Touristinformation dorthin, wo die Touristen ankommen, denn wir wollen aktiv vermarkten und nicht nur jenen verwalten, der uns sucht und findet. Zudem wollen wir Ende Oktober das neue Parkkonzept umsetzen, das den Bereich der Altstadt weitgehend verkehrsberuhigen wird. Für unsere Vereine wiederum wäre es sicher interessanter, im bisherigen Rathaus Räume zu beziehen. Denn hier könnten wir auf Grund der Raumstruktur jedem ein wirklich eigenes Domizil anbieten. Abschließbar und jederzeit nutzbar.

Für die Altstadt wäre ein Umzug des Rathauses  neben einigen anderen Schritten ein wichtiges Signal bei dem Versuch, die Altstadt vor dem Kollaps zu bewahren. Ein jeden Tag lebendes Gebäude am Markt würde dabei helfen, hier wieder Leben einziehen zu lassen. Und das ist wichtig: Niemand möchte in Zukunft in einer toten Stadt wohnen! Und stirbt der Kern, wird es dem Rest nicht anders ergehen. Bereits jetzt stehen Gebäude leer. Bereits jetzt werden solche Objekte beinahe verramscht.

Das bisherige Rathaus könnte jedem Verein einen eigenen Raum bieten. Zudem wären die beiden Sitzungssäle ebenfalls für Proben und dergleichen nutzbar. Im Erdgeschoss bliebe das Gewerbeamt und auch das Einwohnermeldeamt, weil sich die Kollegen hier gegenseitig vertreten und dies auch die meistbesuchtesten Ämter sind. Zudem könnten hier auch Vorgänge abgegeben und geholt werden für all jene, die nicht bis in die Stadt kommen können. Dies würde dann verwaltungsintern geregelt. Auf rund 100 Quadratmetern wäre es zudem möglich Praxisräume einzurichten um die Möglichkeit für Ansiedlungen dieser Art zu schaffen. Vor allem ein Kinderarzt wäre hier sicher eine gute Wahl. Den aber wird man nur locken können, wenn die Flächen am besten fertig ausgebaut zur Verfügung stehen. Die eigentlich dafür anfallende Ablösezahlung, die bei dieser Verwendung dieser Flächen fällig wäre, weil eine Praxis dem damaligen Förderzweck widersprechen würde, wurde uns auf Grund des schlüssigen Konzeptes erlassen. Hier hätten wir andernfalls 60 TEUR bezahlen müssen.

Alles in allem würde dies Sinn machen. Viele Bürger haben dies auch in Abstimmungen hier im Blog aber auch in vielen persönlichen Gesprächen und Mails bereits bestätigt. Bei einer so großen Investition sollten wir auch eine bestmögliche Nutzung mit den größten Effekten anstreben. Dies alles ist hier gegeben. Wenn wir wollen, dass unsere Altstadt nicht weiter verödet, dann wäre dies eine erste  Möglichkeit dem etwas entgegen zu setzen.

Ich hoffe, dass die Tragweite einer solchen Entscheidung klar ist. Die Details des Planes finden Sie hier:

 

 

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3 Kommentare

  1. Die Idee ist gut, aber ich finde, es wird das Innenstadtsterben nicht aufhalten. Das Problem haben auch größere Städte in der Umgebung, wo auch vieles Zentral gelegen ist und trotzdem bleiben Geschäfte leer bzw. lohnen sich bestimmte Läden mit bestimmte Artikeln nicht mehr.

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    1. facebook-profile-picture

      Woher wissen wir eigentlich immer ganz genau, dass Veränderung keinen Erfolg haben kann? Warum sollen wir es nicht wenigstens versuchen? Ein „weiter so“ wird auch nichts ändern, oder? Wir haben sehr genau darüber nachgedacht und vieles abgewogen. Und alle Experten, ob Städteplaner oder Marketer, geben uns Recht. Wenn wir überhaupt etwas ändern können, dann nur mit solchen Schritten. Sicher ist, das das Sterben weitergeht, wenn wir es nicht versuchen. Was also verlieren wir?

  2. Wenn sie die Einwohnerzahlen erhöhen und das Nutzungsverhalten (Onlineeinkäufe) wieder ändern, klappt es sicher. Nur wird beides nicht so ohne weiteres gehen. Selbst wenn sich viele neue Familien ansiedeln. Die Sterberaten aufgrund der Alterstrukturen wird die Geburtenrate übersteigen. Ausnahmen gibt es, aber die sind überschaubar (Leipzig, Dresden, eventuell Freiberg)

    Ich habe ja geschrieben, die Idee ist gut. Probieren sollte man es schon, und eventuell hilft es auch. Das es nicht besser wird, wenn es wie bisher weiter geht, ist mir auch klar.

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