Stadtentwicklung nachgefragt

Wir reden derzeit viel! Miteinander! Das ist gut und ich denke ein wesentlicher Fortschritt. Gestern z.B. hatte ich einige sehr intensive Gespräche vor allem auch um die Frage meiner Forderung, die Schlosszufahrt zu sperren  bzw. deren Nutzung wieder zu reglementieren (beispielsweise auf Behinderte zu beschränken). Und in diesem Zusammenhang fiel auch das Wort des „Schnellschusses“, der eine solche Forderung sein soll. Nun, dem möchte ich widersprechen. Ich habe in den vergangenen Wochen das Gespräch mit Stadtplanern gesucht und – manchmal gibt es Zufälle – sogar einen hier im Café zu Gast gehabt, der damals sich um den Auftrag zur Entwicklung eines Stadtentwicklungskonzeptes bemüht hatte. Alle sind sich einig, dass ohne eine Umlenkung der Besucherströme durch die Stadt selbige keine Chance auf Entwicklung hat. Das war auch der Grund, warum ich mich in meinem Gefühl und meiner Idee bestärkt sah und sehe. Und eigentlich ist dies auch logisch, denn: Wo keine Menschen sind, ist keine Nachfrage nach Dienstleistung und anderen Angeboten. Wo keine Nachfrage, kein Umsatz. Wo kein Umsatz, kein Gewinn. Wo kein Gewinn, keine Gewerbesteuer. Wo keine Gewerbesteuer, kein Geld für Projekte. Und – Wo keine Nachfrage, auch keine Arbeit! Es ist relativ einfach.

Zudem müssen wir uns die Frage stellen, wo sich gerade ältere Menschen unserer Stadt in zehn oder 20 Jahren mit dem Lebensnotwendigen versorgen sollen? Wo sind denn dann die Räume für soziale Gemeinschaft? Wo ist der Platz zum Leben? Wollen wir alle davon abhängig sein, dass uns unsere Kinder einmal die Woche zum Netto fahren (wenn es den dann bei negativer Bevölkerungsentwicklung noch gibt)? Wollen wir alle dann nur noch hier wohnen, statt zu leben? Wo sollen die Anreize für junge Leute herkommen, sich hier anzusiedeln, zu bleiben, Kinder zu bekommen? Wer arbeitet denn hier tatsächlich noch, wenn wir alles über Konzerne in Regale liefern lassen? Diese sogenannten „weichen“ Standortfaktoren sind es, die über wohlfühlen oder wegwollen entscheiden. Das  sind die Fragen der Zukunft, die sich stellen und die es zu lösen gilt.

 

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