Danke für das Vertrauen

Amtlich ist es noch nicht. Dennoch freue ich mich hier mitteilen zu können, dass die 40 Unterschriften für meine Kandidatur geleistet wurden. Dies teilte mir gestern die Stadt mit. Nun werden die Stimmen auf Gültigkeit überprüft und ich hoffe mal, dass es hier keine Überraschungen gibt. Wenn nicht, ist die erste Hürde genommen. Und das erste Mal Gelegenheit, mich bei all denen zu bedanken, die in dieser kurzen Zeit zusammen gekommen sind, um meine Kandidatur zu ermöglichen. Danke an alle, die dafür geworben haben. Danke an alle, die mir diesen ersten Vertrauensbonus gaben. Der erste Schritt ist getan.

Nun geht es an die Planung der weiteren Aufgaben. Zum einen bin ich damit beschäftigt, die vielen Hinweise aus den täglichen Gesprächen auszuwerten und in meine Pläne zu integrieren. Zum anderen habe ich auch erste Gesprächsangebote zu konkreten Projekten und Fragen, die ich sehr gerne wahrnehmen werde. So werde ich in dieser Woche die Gelegenheit haben, mich vor Ort über die Planungen zur zweiten Skipiste zu informieren, was ich auch gerne wahrnehme. Schließlich sollte man detailliert wissen, worum es in der Sache geht.

Außerdem werde ich in dieser Woche nachhaken, was mit der Weiterführung der Gespräche zum Thema gemeinsame Marketingagentur von Schloss und Stadt wird. Zwar habe ich die Vermutung, dass unsere Bürgermeisterin diese Gespräche sicher so nicht weiterführen möchte, dennoch aber werde ich das Thema nicht ruhen lassen, nur weil es jetzt eine Konkurrenzsituation gibt. Ich denke, dies sollte bei Problemlösungen keine Rolle spielen. Ich weiß, dass dies bisher hier meist nicht so gelaufen ist und Befindlichkeiten über alles gingen. Das aber ist meine Sache nicht. Wir werden sehen, ob dies die Gegenseite auch so sieht.

In der kommenden Woche werde ich in Erdmannsdorf zu einer zweiten Informationsveranstaltung einladen. Diese wird im Landhaus Puschke stattfinden. Der genaue Termin steht allerdings noch nicht fest. Danach folgen dann Kunnersdorf, Hennersdorf und Grünberg. Schließlich habe ich ja in Sachen Vorstellung ein bisschen was aufzuholen.

Was mich Leute fragen…

Es ist schön, dass derzeit nicht ein Tag vergeht, an dem mich Augustusburger aufsuchen, um mehr über mich und meine Ideen zu erfahren. Da hier immer mal wieder Fragen auftauchen, die vielleicht alle interessieren, möchte ich diese hier ab und an mal veröffentlichen. Könnte ja sein, dass der eine oder andere die gleichen Dinge wissen möchte.  Die am häufigsten gestellte Frage ist die nach der Zukunft meines / unseres Unternehmens für den Fall, dass ich Bürgermeister werden sollte. Hierzu ein klares Wort: Sollte ich mit dieser großen Aufgabe betraut werden, werde ich diese auch mit 100% meiner Kraft erfüllen. Wir sind eine Familienbetrieb und ab Oktober wird (so oder so) meine Lebensgefährtin unsere Rösterei betreiben. Nämlich dann, wenn unser Oscar zur Tagesmutti geht, um dort „seinen Job“ zu machen. Dies war ohnehin geplant und ist deshalb also keine Sonderregelung.

Eine weitere Frage ist die nach der „Verwaltungskompetenz“ meiner Person. Diese ist in der Tat nicht sonderlich ausgeprägt, was ich jedoch für kein Problem halte, denn:  Zum einen gibt es Angebote des Landkreises, die ein Erwerben der wesentlichen Kenntnisse möglich machen. Zum anderen haben wir in der Verwaltung eine Reihe Spezialisten, die in dem jeweiligen Feld ihre Kompetenzen haben. Als Bürgermeister muss man zuhören, führen und natürlich wissen, wovon die Rede ist. Für Letzteres muss also noch einmal die Schulbank her. Für alles andere habe ich genügend praktische Berufserfahrung in der vergangenen 20 Jahren gesammelt. Zu meiner Tätigkeit gehörte in den vergangenen Jahren stets auch die Entwicklung von Businessplänen (vergleichbar zur Haushaltsführung). Ich denke zudem, dass zu einem guten Führungsstil auch gehört, dass sich die Fachbereiche innerhalb ihres Themas auch „frei bewegen“ und Verantwortung übernehmen können. Vertrauen ist wichtig. Sachkenntnis auch. Und: Schließlich wählen wir meines Wissens nach gerade keinen König, der alles alleine entscheiden muss 🙂

Interessant auch die Frage was aus jenen wird, die nicht Bestandteil des Tourismus werden wollen. Nun: Natürlich müssen wir die täglichen Belange unserer Bürger  verlässlich und mit der gleichen Energie regeln, wie wir das große Ziel Tourismus verfolgen werden. Dies ist klar und selbstverständlich. Und ich bin überzeugt, dass auch jeder Bürger der Stadt gerne davon profitieren wird, wenn es uns gelingt,  in unserer Stadt und ihren Teilen neue kulturelle Angebote, Dienstleistungen und Handel wieder zu etablieren. Unsere Stadt lebenswerter zu machen und für alle Bürger gleich welchen Einkommens ein Mehr an Lebensqualität zu erreichen, dies ist ein wichtiges Teilziel. Und was damit langfristig verbunden ist, ist die Schaffung von neuer Arbeit. Denn wenn Investitionsanreize geschaffen werden, wird auch investiert. Und wer investiert, hat Aufträge zu vergeben. Und wer dies im Sinne der lokalen Wertschöpfung tut, wird auch die hiesigen Unternehmen dabei mit einbeziehen.

Last but not least fragt man mich auch, ob ich denn die Kraft haben werde, gegen zu erwartende Widerstände durchsetzungsfähig zu bleiben. Auch hier antworte ich eindeutig mit einem ja. Warum ich mir hier so sicher bin? Zum einen habe ich in den vergangenen Jahren einige schwierige Aufgaben lösen müssen, was zum Job eines Beraters dazu gehört. Zum anderen denke ich, dass wir mit ein paar Grundregeln, nämlich der Einhaltung von Ehrlichkeit, Transparenz und Sachlichkeit in der Debatte eine zukunftsweisende Kultur schaffen können. Ich bin ein großer Fan von Kommunikation und ich denke, dieses wird in Zukunft einer der wichtigen Schlüssel für ein besseres Miteinander sein. Wir müssen mehr miteinander reden, in der Sache diskutieren und Kompromisse finden ohne uns gegenseitig zu verletzen. Das wird nicht einfach. Aber es wird funktionieren.

 

 

 

Ihr macht mir MUT!

Ich gebe zu, ich war ein wenig aufgeregt. Nicht, weil ich nicht wüsste, vor Menschen zu sprechen. Eher deshalb, weil ich mir nicht sicher war, ob denn tatsächlich jemand kommen würde. Die Sorge war unbegründet, denn offensichtlich gibt es Interesse daran, meine Positionen für unsere Stadt kennen zu lernen. Und nach einem spannenden, dreieinhalbstunden andauernden ersten „Wahlkampfabend“ kann ich sagen, dass ich mich auf weitere Runden sehr, sehr freue. Und noch etwas bewegt mich inzwischen sehr. Nämlich die Frage, warum offensichtlich all die Jahre so viele engagierte Menschen mit Ideen und Tatkraft nicht in die Politik der Stadt wirklich einbezogen wurden. Warum so viele gute Hinweise bisher einfach schlicht ignoriert wurden. Ich kann und will nicht verstehen, was der Grund hierfür sein könnte. Eine Kommune lebt von ihren Bürgern. Von deren Engagement, von deren Ideenreichtum von deren Bereitschaft, sich für die gemeinsame Sache stark zu machen. Wer dies verinnerlicht, der steht dem, was ich alleine in den vergangenen vier Wochen alles erfahren habe, sprachlos gegenüber. Ich für meinen Teil kann sagen: Dies wird sich ändern. Die Aufgaben, die wir hier zu lösen haben, kann ein Bürgermeister, kann eine Verwaltung  allein nicht bewältigen.  Und schon deshalb ist jeder Willkommen, der sich freiwillig für alle engagiert. Wir werden diese Einsatzbereitschaft brauchen. Die Aufgaben sind groß, denn es ist in den vergangenen Jahren viel liegen geblieben. Und viele Probleme sind dadurch nur noch größer geworden.  Leider ist das ein Teil der Bilanz Jugelt, den diese sehr gerne verschweigt.

Ich werde heute den nächsten Vorstellungstermin organisieren. Dieser wird diesmal in Erdmannsdorf stattfinden. Wenn ich soweit bin, werde ich dies öffentlich machen. Vielen Dank! Und bis dahin nicht vergessen: Wir brauchen noch Unterschriften für meine Kandidatur! Bitte gehen Sie ins Rathaus und unterschreiben Sie für mich. Damit wir die Chance haben, wirklich etwas zu ändern.

Warum ich kandidiere

Liebe Augustusburger, Erdmannsdorfer, Kunnersdorfer, Hennersdorfer  und Grünberger,

2011-01-21 21.33.42-2

seit gestern ist es offiziell: Ich habe mich entschlossen, meine Kandidatur für die anstehende Bürgermeisterwahl im September einzureichen. Diese Entscheidung ist Ergebnis eines langen Denkprozesses und sie zu treffen war nicht einfach. Nun aber bin ich angetreten. Weil ich fest davon überzeugt bin, dass es so wie bisher in unserer Stadt nicht weitergehen kann. Und weil ich glaube, dass die vielen Probleme und Verwerfungen im Miteinander hier am ehesten von einem Außenstehenden angepackt werden können, der lange genug hier lebt, um die Stadt und deren Teile zu kennen. Aber kurz genug, um unabhängig und frei in der Entscheidung zu sein.

Um es gleich zu sagen: Ich bin kein Wutbürger, auch wenn es in den vergangenen Monaten genügend Gründe gegeben hätte, diesen Pfad einzuschlagen. Nein. Als Journalist und Unternehmensberater, aber auch als Gewerbetreibender in unserer Stadt sehe und spüre ich die Folgen der Politik der vergangenen Jahre, die geprägt war von Inkonsequenz, Nichtkommunikation, Ideen- und Konzeptlosigkeit und daraus folgend Stillstand. Und letzteres ist – und dies ist keine Übertreibung – tödlich für eine Kommune, die in schweren Zeiten ihre Zukunft finden muss.

Was fehlt, ist ein klares Ziel und ein Plan, dieses zu erreichen. Und die alles entscheidende Frage ist, was Augustusburg in zehn Jahren sein will. Meine Suche nach einer Antwort blieb bisher erfolglos, denn unsere Spitze der Stadt war nicht in der Lage, diese Frage zu beantworten. Und hier beginnt das Problem. Wenn der Reiseleiter nicht weiß, wohin die Reise geht, dann will und kann auch keiner mitfahren. Dabei gibt es ein Marketingkonzept, das die Tourismus-Marketing-Gesellschaft des Landes Sachsen (TMGS) für die Stadt erstellt hat und das gleich reihenweise gute Ideen und Ansätze für eine Strategie liefert, die auf dem Tourismus gründet. Umgesetzt wurde davon beinahe nichts. Über die Gründe hierfür kann man nur spekulieren und dies ist meine Sache nicht.

In diesem Blog möchte ich Ihnen meine Positionen und Ideen transportieren und erklären, aber mich auch zur Diskussion stellen. Es sind bisher nur Ansätze und Gedanken. Noch ist es kein fertiges Konzept, denn dieses muss in Zusammenarbeit mit Stadt, Rat, Schloß, Bürgern und Vereinen gemeinsam entstehen. Ich weiß, dass es in unserer Stadt viele engagierte Bürger, Vereine und Gewerbetreibende gibt. Ich denke, die erste Pflicht eines Bürgermeisters wäre es, diese Kräfte zusammenzuführen und unter dem Dach einer gemeinsamen Idee zu bündeln und denen den Rücken zu stärken die bereit sind, Aufgaben und Verantwortung zu übernehmen. Dies ist in erster Linie keine Frage des Geldes sondern eher die Frage von Führung und Kommunikation. Erst in zweiter Linie, nämlich dann, wenn man ein Konzept umsetzen möchte, kommen finanzielle Fragen ins Spiel, die es dann zu lösen gilt. Uns allen muss dabei klar sein, dass die Aufgabe Zukunft uns alle betrifft und uns alle fordern wird. Nur ein Miteinander aus Verwaltung, Politik und Bürgerschaft kann schließlich zu einem guten Ende führen. Jeder von uns wird hier gefragt sein und ein jeder von uns wird Positionen überdenken und vielleicht auch aufgeben müssen, um den Weg für eine für alle sinnvolle Entwicklung  unserer Stadt frei zu machen, die wiederum uns allen dient. Ob Gewerbetreibender oder Anwohner. Denn wir alle sitzen im selben Boot. Nur eine lebendige, vielseitige Kommune ist lebenswert. Nur an einem solche Ort möchte man bleiben. Nur an einem solchen Ort möchte man seine Kinder aufwachsen sehen. Nur ein solcher Ort hat wirklich eine Zukunft.

Ich freue mich, an dieser Aufgabe mitwirken zu können und denke, dass es Zeit ist, Weichen neu zu stellen. Bitte unterstützen Sie mich dabei.

Mit freundlichen Grüßen

Dirk Neubauer